Ursachen und Folgen von Herzinfarkt im Alter

Facharbeit Biologie Leistungskurs

Inhaltsverzeichnis:

 

1) Einleitung______________________________________3

 

2) Ursachen und Folgen von Herzinfarkt im Alter_________3 

 

 2.1) Wie kommt es zu Herzinfarkt?

  2.1a) Ursachen____________________________________3

  2.1b) Risikofaktoren _______________________________4

 

 2.2) Folgen

  2.2a) Symptome___________________________________6

  2.2b) Spätfolgen___________________________________6

  2.2c) Therapie_____________________________________7

 

 2.3) Interview

  2.3a) Vorwort_____________________________________8

  2.3b) Interview____________________________________8

  2.3c) Auswertung__________________________________10

 

3) Zusammenfassung________________________________10

 

4) Literaturverzeichnis_______________________________11

 

5) Selbstständigkeitserklärung_________________________12

1) Einleitung

 In Deutschland erleiden jährlich mehr als 300000 Menschen einen Herzinfarkt (bzw. Myokardinfarkt), wobei 90000 Menschen an Folgen ihrer Erkrankung sterben. Viele sterben schon bevor sie in eine Klinik eingeliefert werden können. Dank der erbitterten ärztlichen Bemühungen konnte die „30-Tage-Sterblichkeit“ der in eine Klinik eingelieferten an Herzinfarkt erkrankten Patienten in den letzten Jahren auf unter 10% gesenkt werden, während die „Einjahressterblichkeit“ unverändert hoch bei 40 bis 50% geblieben ist. Betrachtet man die Statistiken ist es nicht verwunderlich, dass Herzinfarkt zu einer der Haupttodesursachen in den Industrienationen zählt. Besondert bei mit dem Alter, wie z.B. bei Erwachsenen ab einem Alter von 40 Jahren, nimmt das Herzinfarktrisiko dramatisch zu. Die Gefahr einen Herzinfarkt zu erleiden und daran zu sterben ist nicht zu unterschätzen und dies wird sich voraussichtlich in naher Zukunft auch nicht ändern. Die enorme Gefahr und Bedeutung die von Herzinfarkt ausgeht ist nicht zuletzt der Grund, warum ich mich damit als Thema meiner Facharbeit auseinandergesetzt habe. Im folgenden Text gehe ich auf die Ursachen und Folgen von Herzinfarkt besonders bei älteren Menschen ein.

2) Ursachen und Folgen von Herzinfarkt im Alter

 2.1)  Wie kommt es zu Herzinfarkt?

2.1a) Ursachen:

In den meisten fällen ist Herzinfarkt die Folge von Arteriosklerose in einer Herzkranzarterie. Als Arteriosklerose bezeichnet man Ablagerungen von Blutfetten, Bindegewebe und Kalk an den Gefäßwänden, was zur Verengung der Gefäße führt. Diese Ablagerungen sind schon zu einem gewissen Grad bei jungen Erwachsenen  nachzuweisen und beschränken sich nicht nur auf Herzkranzgefäße. Mit zunehmendem Alter nehmen diese Ablagerungen zu. Trifft ein vom Blutstrom mitgerissenes Blutgerinnsel auf eine arteriosklerotisch veränderte Engstelle einer Herzkranzarterie, so verschließt sich diese.

In anderen Fällen entsteht ein Blutgerinnsel durch Risse an der Gefäß-Innenwand bei einer arteriosklerotisch veränderten Herzkranzarterie, was ebenfalls einen Verschluss zur Folge hat. Der Teil des Herzens, welcher von diesem Gefäß versorgt wurde, bekommt nun weder Sauerstoff noch Nährstoffe. Bereits nach drei Stunden beginnt ein Großteil der betroffenen Herzmuskelpartien abzusterben. Zurück bleiben Narben aus Bindegewebe, welches nicht in der Lage ist die Funktionen eines Muskels zu erfüllen, was eine Einschränkung der Herztätigkeit bedeutet. Folglich ist es das wichtigste Ziel der ärztlichen Hilfe, das Gefäß innerhalb von drei bis sechs Stunden wieder zu öffnen.

2.1b) Risikofaktoren:

Da Herzinfarkt durch Arteriosklerose in den Herzkranzarterien ausgelöst wird, ist es nicht verwunderlich, dass viele Risikofaktoren für Herzinfarkt gleichzeitig Faktoren sind, welche die Ablagerungen in den Gefäßen erhöhen. Folglich erhöht Nikotinkonsum, Diabetes, erhöhte Blutfettwerte, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Übergewicht, Fehlernährung und Bewegungsmangel das Herzinfarktrisiko erheblich. Besonderst mit steigendem Alter sammeln sich mehr und mehr Ablagerungen in den Gefäßen, was auch einen bedeutenden Risikofaktor darstellt.

Die Veranlagung zu Herzinfarkt kann jedoch auch erblich bedingt sein. Wenn Stammbaumanalysen zeigen, dass es in der Familie bereits zahlreiche Herzerkrankungen in jungen Jahren gab, kann man auf eine erhöhte Gefahr bei sich selber schließen.

Ob der Konsum von wenig Alkohol das Risiko senkt, ist umstritten. Beim exzessiven Alkoholkonsum jedenfalls steigt das Risiko von Herzinfarkt und anderen schweren Krankheiten.

Auslösende Faktoren für Herzinfarkt sind häufig Stress-Situationen und hohe Belastungen in Verbindung mit hohen Blutdruckschwankungen. „40 % aller Infarkte ereignen sich in den frühen Morgenstunden (zwischen 6 und 10 Uhr). Die meisten Infarkte ereignen sich an Montagen, erstaunlicherweise auch bei Rentnern nach dem 60. Lebensjahr“[1].



[1]http://www.gesundheitpro.de/Herzinfarkt-Herz-und-Kreislauf-A050829ANONI013188.html

[2]http://de.wikipedia.org/wiki/Herzinfarkt

 

2.2) Folgen

2.2a) Symptome:

Die häufigsten Symptome sind Brustschmerzen bzw. ein starkes Druckgefühl hinter dem Brustbein. Die Schmerzen und Symptome sind jedoch von Patient zu Patient unterschiedlich. Beschrieben wurden von drückenden bis zu reißenden und stechenden Schmerzen. Des Weiteren beschränken sich die Schmerzen nicht nur auf den Brustkorb. Sie können sich auf Hals, Arme, Bauch, Rücken und Schultern ausbreiten. Die Symptome beschränken sich jedoch nicht nur auf Schmerzgefühle. Atemnot, Angstgefühl, Blässe Übelkeit, Schweißausbrüche und Bewusstlosigkeit sind ebenfalls häufige Begleiterscheinungen. Bei Rentnern und Diabetikern kommt es jedoch auch häufig vor, dass der Infarkt fast oder auch völlig asymtomatisch verläuft. Man spricht dann auch von einem stillen bzw. stummen Infarkt. Dies ist problematisch, da der Notarzt ohne Beschwerden oft viel zu spät gerufen wird.

2.2b) Spätfolgen:

Der Verschluss der Herzkranzarterien bei einem Herzinfarkt kann schon in den ersten Stunden zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen und Kammerflimmern führen. Ohne ärztliche Behandlung kann dies zum Tod führen. „Etwa 30% aller Todesfälle beim Herzinfarkt ereignen sich vor jeder Laienhilfe oder medizinischen Therapie“[1]. Der Tod kann jedoch auch viel später als Folge des früheren Herzinfarkts eintreffen. Stirbt Muskelgewebe bei einem Infarkt ab, so verheilt es nur unter Vernarbung. Die entstandenen Narben bestehen aus Bindegewebe und es bildet sich kein neues Muskelgewebe. Das hat

eine Einschränkung der Herzleistung zur Folge und kann auch zu Herzrhythmusstörungen führen. Auf diese Weise ist nicht nur eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit, sondern auch der Tod noch nach vielen Jahren als folge des Herzinfarkts möglich. Betroffene müssen oft ihren ganzen Lebensstil ändern und unbedingt darauf achten die Risikofaktoren zu vermeiden. So müssen sie etwa ihre Essgewohnheiten ändern, Krankengymnastik machen, zahlreiche Medikamente einnehmen und auf einen hektischen stressvollen Lebensstil verzichten. Zur Kontrolle und Vorbeugung müssen Arzt und Facharzt regelmäßig aufgesucht werden.

2.2c) Therapie:

Im Krankenhaus versucht man die Gefäße so schnell wie möglich wieder zu öffnen. In der Regel spritzt man intravenös Enzyme in die Blutbahn, welche Blutgerinnsel auflösen (z.B. Streptokinase oder Urokinase). Die Substanzen können auch über einen Katheter von der Leiste her in das Betroffene Gefäß direkt eingeführt werden. Nach dem Krankenhausaufenthalt muss der Patient nicht nur seine Ernährung Umstellen, sondern auch den Körper und Kreislauf fit halten. In der Bewegungstherapie und Krankengymnastik werden Beweglichkeit, Ausdauer, Kraft und Koordination trainiert. Besonders ambulanten Patienten organisieren sich in Einrichtungen für ambulante Herzgruppen wo sie regelmäßig schwimmen, Rad fahren, wandern, laufen und Atemübungen praktizieren. Es gibt inzwischen mehr als 3000 dieser Gruppen und es ist eine eindeutige positive Beeinflussung der Herzerkrankung zu verzeichnen.

Die Medikamentöse Therapie muss oft viele Jahre lang fortgesetzt werden.

Bei Wiederholungsfällen oder mehreren Engstellen kommt eine Bypass-Operation in Frage, bei der aus Venenstucken aus dem Bein Umleitungen für die Engstellen konstruiert werden.

Lange Zeit dachte man das Herz wäre unfähig abgestorbenes Muskelgewebe, wie nach einem Infarkt, zu ersetzten, welches es aus diesem Grund durch Bindegewebszellen ersetzt. Vor einigen Jahren jedoch, entdeckten Forscher vermehrt aktive Stammzellen in den Herzen von Betroffenen, welche in der Lage waren neues Muskelgewebe zu bilden, wie eine Art schneller Reparaturmechanismus. Bei zu starken Schädigungen wird deren

Leistung jedoch überschritten. Man hofft jedoch durch Isolation, Vervielfältigung und Transplantation von eigenen Stammzellen aus dem Herz die Herzleistung zu stabilisieren.

2.3) Interview

2.3a) Vorwort:

 Da meine Großmutter vor einiger Zeit selbst an einem Herzinfarkt erkrankt ist und überlebt hat, wollte ich die Gelegenheit nutzen um Herzinfarkt im Alter an einem konkreten Beispiel zu untersuchen. Frau XXX hat sich kooperativ gezeigt. Obwohl seit dem Zwischenfall bereits mehrere Jahre vergangen sind, kann sie sich noch relativ detailliert an den Vorfall erinnern. Ich habe die Fragen Bezug nehmend auf meine Themen und Recherchen gestellt um mögliche Unterschiede und Übereinstimmungen zu meinen Ergebnissen festzustellen.


2.3b) Interview:

 1) Wie alt waren sie zum Zeitpunkt ihrer Erkrankung?

Ich erkrankte im Jahr 1996 und ich war 69 Jahre alt.

 2) Hatten sie schon vorher Beschwerden, Symptome oder Probleme mit dem Herzen?

Ich litt unter einem erheblich erhöhten Blutdruck.

 3) Welche Krankheitssymptome waren bei ihnen zu verzeichnen?

Ich spürte einen hohen Druck im linken Brustbereich und Schmerzen im ganzen linken Arm. Zusätzlich konnte ich nur schwer atmen, hatte Schweißausbrüche, Übelkeit und Erbrechen.

4) Haben sie bereits zu Anfang vermutet, dass sie an Herzinfarkt erkrankt sind? / Hatten sie schon vorher Kenntnisse über Herzinfarkt? / Wurden sie von den Ärzten über Herzinfarkt und ihren speziellen Fall aufgeklärt?

Wegen der Brustschmerzen und meinem Bluthochdruck war ich mir bereits relativ sicher, dass ich an Herzinfarkt erkrankt war. Zu dem Zeitpunkt hatte ich jedoch noch keine detaillierten Kenntnisse über Herzinfarkt. Der betreuende Arzt und Chefarzt sagten mir ein Gefäß an der vorderen Herzwand wäre verschlossen. In Gesprächen und Broschüren erhielt ich alle wichtigen Informationen.

 5) Wie lange dauerte es bis sie in ärztliche Behandlung eingeliefert wurden?

Es dauerte ca. 10 Minuten bis der Notarzt eintraf. Die zwei Ärzte diagnostizierten Herzinfarkt und kontaktierten sofort einen Rettungshubschrauber. Es dauerte nur wenige Minuten bis dieser eintraf und der Flug ins Heilig Geist Krankenhaus dauerte ca. 15 Minuten.

 6) Wie wurden sie Behandelt?

Schon während des Transports bekam ich eine Tablette, die ich unter der Zunge halten sollte. Im Krankenhaus wurde mir ein Schlauch mit Katheter über die Leiste ins Herzgefäß eingeführt. Dort wurde die Engstelle mir einem Kontrastmittel markiert und behandelt. Mir wurde allerdings gesagt, dass das Blut bereits von alleine über ein anderes Gefäß weiterfliest. Während des weiteren Krankenhausaufenthalts bekam ich ein Spray gegen Atemnot, Infusionen und Tabletten.

 7) Wie lange war ihr Krankenhausaufenthalt?

Ich war die ersten drei Tage auf der Intensivstation und dann einen weiteren Monat im Krankenhaus. Danach verbrachte ich weitere 3 Wochen in der Re-Ha-Klinik.

 8) Welche Folgen hatte die Krankheit auf ihr Leben und wie mussten sie ihr Leben anpassen?

Noch 10 Jahre nach meinem Herzinfarkt muss ich regelmäßig 4 verschiedene Tabletten für Herztätigkeit, Blutverdünnung, Blutdruck und gegen Rhythmusstörungen, sowie ein Spray gegen Atemnot einnehmen. Ich muss mehr Gemüse und pflanzliche Fette, und auf der anderen Seite weniger Salz, Zucker, Fleisch und Tierische Fette essen. Auch meinen Haus- und Facharzt muss ich regelmäßig besuchen. Einschränkungen in meiner Körperlichen Fitness und Aktivität gab es nicht.

2.3c) Auswertung:

Die Ergebnisse des Interviews weisen viele Parallelen zu den Ergebnissen meiner Recherchen auf. Unter der Berücksichtigung, dass selbstverständlich nicht immer alle Symptome auftreten und Behandlungsmethoden angewandt werden können, kann man bei den beiden Punkten über eine Übereinstimmung reden. Die schnelle Ankunft, Diagnose

und Hilfe war lobenswert. Etwas verwundert war ich jedoch zu erfahren, dass selbst nach 10 Jahren die folgen des Infarkts noch deutlich zu spüren sind.

3) Zusammenfassung

Mit 90000 Toten jährlich in Deutschland ist der Herzinfarkt eine ernstzunehmende Krankheit in den heutigen Industrieländern. Die ärztlichen Bemühungen und die immer neuen und verbesserten Therapiemethoden lassen jedoch positive Tendenzen erahnen. Mit steigendem Alter steigt die Gefahr an einem Herzinfarkt zu erkranken erheblich und ein Großteil der Erkrankungen findet bei Menschen ab 60 Jahren statt. Das Interview hat ein gutes Beispiel dazu geliefert. Herzinfarkt ist keine Krankheit die man einfach kurieren kann, sonders eine die man Behandeln muss und an die man sein künftiges Leben anpassen sollte. Bei Verdacht auf Herzinfarkt sollte man so schnell wie möglich den Notarzt rufen, um schwerere Folgen oder sogar den Tod vorzubeugen.

4) Literaturverzeichnis

 1) http://de.wikipedia.org/wiki/Herzinfarkt

 2) http://www.gesundheitpro.de/Herzinfarkt-Herz-und-Kreislauf-A050829ANONI013188.html

 3) http://www.netdoktor.de/krankheiten/fakta/herzinfarkt.htm

 4) http://www.medizin-netz.de/icenter/hinfarkt.htm

 5) http://www.wissenschaft.de/wissen/news/253530.html

 
6) LVA Rheinprovinz Klinik Rodenbirken; Ratgeber für Patienten und ihre Familien von Prof. Dr. med. Gerhard Blümchen Chefarzt der Klinik Rodenbirken.

5) Selbstständigkeitserklärung

 

Ich erkläre, dass ich die Facharbeit ohne fremde Hilfe angefertigt und nur die im Literaturverzeichnis angeführten Quellen und Hilfsmittel benutzt habe.

 

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